19. Juni 2016

Wandern in Island: 3 Tage Wandern im Pórsmörk / Godaland

Mit unserer Wanderung über den Fimmvörduháls hatten wir uns also den Weg ins schöne Godaland und nach Pórsmörk gebahnt und nun hier, weil wir den Laugavegur aufgrund des Schnees auf ein andern Mal vertagen wollten, noch 3 Tage zur Verfügung, um uns die schöne Gegen zu erschließen - Wanderwege gibt es hier genug.. ;)

Vorwort

Das Godaland bzw. das Pórsmörk-Tal ist ein Wandergebiet im Süden Islands, durch das auch der Laugavegur, ein wunderschöner 5-tägiger Weitwanderweg führt. 
Das Godaland wird im Süden vom Eyjafjallajökull begrenzt, dem Gletscher, der den Eyjafjall (der Vulkanals, der 2011 ausbrach und den Flugverkehr in ganz Europa für mehrere Tage lahmlegte). Im Norden findet sich die Krossá, ein breiter Gletscherfluss, der das Godaland wiederum vom im Norden liegenden Pórsmörk, einem Bergrücken der auch Thorsmörk genannt wird, abgrenzt. Die Region um die Krossá bestehend aus Godaland und Pórsmörk wird gern auch zusammengefasst als Pórsmörk-Tal bezeichnet.
Das Tal an sich ist mit mehreren sehr schönen Wanderwegen ein beliebtes Ausflugsziel. Karten für die Wanderung findet man in den Infos in der Region wie z.B. in Skorgar. 

Anreise

Wir hatten uns den Weg zu Fuß über den Pass von Skógar nach Básar ausgesucht, um in diese schöne Gegend zu kommen - eine 26 km- lange Wanderung bei der man von 0 auf 1000 m und fast wieder runter wandert, und die den Aufwand definitiv wert ist!!
Eine weitere Möglichkeit ist es mit dem Bus direkt von Reykjavik in das schöne Pórsmörk-Tal zu fahren oder mit dem Mietauto - aber Vorsicht, es muss durch das breite Flussbett der Krossá gefurtet werden, so dass die Anreise auf eigene Faust nur mit einem dafür tauglichen Allrad-Fahrzeug und sicherlich auch einiger Erfahrung im off-road-Fahren möglich ist.

Unterkunft

Vor Ort gibt es gleich mehrer Zeltplätze mit Hütten/Hotel: einen in Langidalur direkt am nördlichen Ufer der Krossá, mit Platz für 75 Personen in der Hütte und einem kleinen Shop, wo man die nötigsten Sachen wie Bier und Nahrung einkaufen kann, dann einen in Húsadalur mit zusätzlich Hotel mit Sauna und Restaurant , noch ein kleines Stück weiter nördlich und dann einen Zeltplatz in Básar am südlichen Ufer der Krossá, wo es außerdem auch eine Hütte mit Platz für 80-90 Personen gibt. 
Wir hatten uns zunächst nach der Wanderung über den Pass von Skógar kommend für eine Nacht in der Hütte in Básar entschieden, um dann ab der nächsten Nacht unser Zelt auf dem dortigen Zeltplatz aufzuschlagen. Die Nacht in der Hütte hat 5500 isländische Kronen pro Person gekostet (knapp 11 EUR), der Zeltplatz dann 1500 isländische Kronen pro Nacht (ca. 7 EUR). Es gibt warme Duschen, die nochmal 100 isländische Kronen pro 4 Minuten kosten. Die Hütte hat eine große Gemeinschaftsküche mit mehreren Herden (Ist das die Mehrzahl von Herd?!?!?), alles ist sauber und ordentlich und das Personal sehr nett. Die Benutzung der Küche ist eigentlich nur für die Leute in der Hütte vorgesehen, aber in der Vorsaison hat auch niemand etwas dagegen gehabt, wenn die "Camper" die Küche ebenfalls benutzten.
Durch das Gelände verläuft ein kleiner Bach und alles ist sehr hübsch mit Boardwalks und Holztreassen erschlossen und auf dem Zeltplatz gibt es viele Bäume und alles ist sehr gemütlich und schön dort - wir sind auf einer Wanderung auch durch den Zeltplatz in Langidalur und Húsadalur gestiefelt und fanden den in Básar viel schöner, so dass ich den primär empfehlen würde.
Empfehlungen für unsere 3 Wanderungen in der Ecke haben wir uns von dem sehr freundlichen und hilfsbereiten Personal vor Ort geholt.

Unsere Wanderungen

Wandern in Island

 

Wanderung No 1 - Básar in den Stakkholtsgjá-Canyon

Krossa, Porsmörk, GodalandAn Tag 1 nach der Überquerung des Passes von Skogár aus mit Schmerzen am ganzen Körper (ein bisschen Sport hätte vorher wohl gut getan..) haben wir uns eine vermeintlich leichte Strecke ausgesuacht, es sollte nur knapp 4 km hin und wieder zurück werden in den bis zu 100m tiefen und 2 km langen Stakkholtsgjá-Canyon zu einem versteckten Wasserfall. Vorher galt es jedoch einen Seitenarm der Krossá zu überqueren, was zu Fuß auf  Grund der Strömung nicht möglich war, so standen wir schnell am Ufer und haderten mit unserem Weiterkommen.. Aber wir hatten Glück: als wir etwas ratlos vor dem Fluss standen, wurden wir von einem Jeepfahrer eingesammelt und standen schnell außen auf den Einstiegshilfen des Jeeps (der rote im Hintergrund), mit den Händen am Dachgepäckträger festgekrallt, während der Fahrer den Jeep durch den Fluss zirkelte - ein Abenteuer für sich.. ;) 

Stakkholtsgjá-Canyon
Durch den Canyon verläuft ebenfalls ein Gletscherfluss, jedoch mit deutlich weniger Strömung und viel Geröll, so dass wir uns mit unseren Trekkingstöcken unseren Weg von Stein zu Stein bis zum Wasserfall am Ende des Canyons bahnen konnten. Der Wasserfall liegt tatsächlich am hintersten Zipfel des Canyons und prescht gößtentelils eingeschlossen durch Gestein in die Tiefe - richtig schön!
Stakkholtsgjá Canyon Leider fing es bald stark zu regenen an, so dass wir dort nur kurz verweilten aus Angst, dass der Rückweg mit steigendem Wasserstand schwierig werden würde. Wir haben es aber bei Zeiten aus dem Canyon geschafft, um dann 1,5 h bei strömendem Regen auf unsere nächste Mitfahrgelegenheit über oben erwähnten Seitenarm der Krossá zu warten. Zum Glück nahm uns dann ein Pärchen aus Tschechien, die mit ihrem eigenen Jeep angereist waren wieder mit nach Básar.
Der Canyon mit samt Wasserfall sind unbedingt einen Ausflug wert - beide sind toll! Wer das Furten scheut kann sich auch aus der anderen Richtung kommend (z.B. mit dem Bus aus Reykjavik) auf einem kleinen Parkplatz direkt am Canyon absetzen lassen, aber ganz erhlich: das wäre ja nur der halbe Spaß ;) 

Wanderung No 2 - Rundweg über Valahnuktur und Snorrariki

Godaland, PorsmörkAm 2. Tag haben wir uns für einen Rundweg über den 450 m hohen Aussichtspunkt Valahnuktur, den Zeltplatz in Husaladur und dann das Schmugglerversteck Snorrariki entschieden.
Dieses Mal galt es die Krossa zu überqueren, was aber kein Problem war, denn über das wechselhafte Flussbett (eben ein Gletscherfluss) verlaufen verschiebliche Brücken.
SchmugglerversteckAuf der anderen Seite haben wir kurz den Zeltplatz und Hütte mit Shop in Langidalur angeguckt und dann ging es auch schon auf guten Wegen hoch auf den Aussichtspunkt. Anstrengend war's, aber es lohnt sich sehr, denn der 360°-Blick ist wirklich spektakulär!!
Danch ging es wieder auf der anderen Seite in Serpentinen nach unten und dann durch ein bisschen Wald und Gebüsch schon zur nächsten Hütte/Zeltplatz in Husaladur. Hier haben wir eine kleine Pause gemacht und sind dann durch frühligshaft blühende Wiesen und dann auch wieder zum Teil über Treppen den Berg hinauf zum Snorrariki gestiefelt, hier gab es eine Höhle zu bestaunen, die man aber nur mit besseren Kletterkünsten auch von innen besichitigen konnte. Ich hab mal untern gewartet ;) 
Und gar nicht viel später waren wir auch schon wieder in Basár.
Insgesamt eine schöne nicht zu anstrengende Wanderung auf festen Wegen, besonders der Ausblick als auch die wunderschön frühlingshaft blühenden Wiesen und grünen Bäume machen diese Wanderung sehr lohnenswert. 
Porsmörk, Godaland

Wanderung No 3 - Tröllakirkja, Steinboginn und schmale Grate

An Tag 3 gab es erneut einen Rundwanderweg mit knapp 16 km und gleich 2 Bergen die bestiegen werden wollten, die erneut fantastische Ausblicke garantieren, zudem gab es Trollhöhlen, einen Steinbogen und die heimische Tierwelt zu bestaunen. Die Nacht zuvor war ganz nebenbei ziemlich kalt, es wurden sogar knapp unter 0 Grad, obwohl es schon Ende Juni war und wir haben ganz gut gefroren im Zelt.. Für die nächste Nacht wurde uns von den freundlichen Mitarbeitern des Zeltplatzes mit zusätzlichen Decken ausgeholfen.
Porsmörk, Krossá, GodalandDie Wanderung setzte sich nun aus 2 Teilen zusammen, im ersten Abschnitte galt es zunächst Trollen aus ihrer Höhle zu entkommen, um  anschließend die schöne Aussicht zu genießen. Dazu folgt man zunächst einem Bachlauf, der von vielen bunten Blumen und viel Grün gesäumt ist um dann immer weiter an der nördlichen Flanke des Tindfjöll über viel Geröll entlang weiter nach oben zu stapfen, wo sich dann die erste Trollhöhle befindet. Auf dem Weg hat man tolle Ausblicke auf die im Norden befindlichen Berge und Täler, der Blick nach Süden und auf die Krossá wird zunächst noch vom Grat des Tindfjöll verperrt bis man in Richtung Süden abbiegend eine Hochebene erreicht. Es geht noch leicht weiter ansteigend Richtung Süden zum höchsten Punkt des Stóragil, von wo man nun auch auf die Krossá im Süden und auch Básar blicken kann. Von dort ging es dann auf dem Grat des Stóragil nach untern bis hinunter zur Krossá. Hier kann man nun bereits wieder zurück am Fluss entlang nach Basár oder man begibt sich auf Teil 2 unserer Wanderung zurück in die Höhe, wo einen weitere Trolle, Mini-Dinosaurier und der Steinbogen erwarten!
Basar, Krossa, Godaland, Porsmörk

Porsmörk
Nach recht unbeschwerlichem Anstieg erreicht man zunächst den versprochenen Steinbogen (Steinboginn), anschließend geht es richtig steil nach oben, hier muss man sich zum Teil auch festhalten und ordentlich mit den Trekkingstöcken arbeiten, danach erreicht man das Plateau des vorher südlich von uns liegenden Tindfjöll. Hier oben haben wir viele Goldregenpfeifer, die aus der Ferne im hohen Gras aus der Ferne eher an kleine Echsen erinnerten, gesehen. Außerdem lohnt sich auch hier wieder der Ausblick auf die umliegenden Berge und Täler bevor man auf dem schmalen Grat, der nichts für Höhenängstliche ist wieder auf den Weg nach unten macht, vorbei an weiteren Trollhöhlen und dann durch einen waldigen Abschnitt wieder zurück zur Krossá.
Diese Wanderung ist deutlich anstrengender als die vorhergehenden: es geht zunächst von 220 m auf 520 m und wieder zurück im erste Teil und dann erneut auf knapp 530 m und wieder zurück auf 220 m im 2. Abschnitt. Der Weg ist durch Geröll teilweise rutschig, es gibt richtig steile Abschnitte und einen recht weiten Weg auf einem schmalen Grat, an dessen Seiten es ordentlich bergab geht. Die Aussicht lohnt die Anstregung aber definitiv!!






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